Arbeitslosigkeit steigt moderat an – Gleichzeitig Zuwachs bei den offenen Stellen im Agenturbezirk Korbach

Korbach(pm). Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Korbach ist im August erneut gestiegen: 9109 Menschen waren in den beiden Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder arbeitslos gemeldet, 131 mehr als im Juli (plus 1,5 Prozent) und 446 mehr als vor einem Jahr (plus 5,1 Prozent) Die Arbeitslosenquote beträgt 4,8 Prozent, vor einem Monat hatte sie bei 4,7 Prozent gelegen und vor einem Jahr bei 4,6 Prozent. Der Arbeitsmarkt hat sich nach Einschätzung des Korbacher Agenturleiters Volker Breustedt im August noch in der Sommerpause befunden. „Der Stichtag der Datenerhebung lag noch in der Ferienzeit, insofern machen sich noch saisonale Einflüsse bemerkbar.“ Allerdings zeige insbesondere die längerfristige Betrachtung einen deutlichen Anstieg bei der Arbeitslosigkeit. „Für diese ungünstige Entwicklung gibt es mehrere Gründe“, so Breustedt. „Neben der konjunkturellen Schwäche spielen die Unsicherheit bei Unternehmen angesichts globaler Unwägbarkeiten und der Strukturwandel in der Arbeitswelt eine Rolle. Außerdem besteht nach wie häufig eine Diskrepanz zwischen den Anforderungen der Betriebe und den Qualifikationen der Arbeitssuchenden.“ Als positives Zeichen bewertet Breustedt, dass im August 212 offene Stellen neu gemeldet wurden, deutlich mehr als im Vormonat und in den Vergleichsmonaten der Vorjahre. „Unternehmen suchen Mitarbeitende, das eröffnet Chancen für Arbeitssuchende.“

In diesem Zusammenhang wies der Agenturleiter auf die hessische Woche der Chancengleichheit am Arbeitsmarkt vom 8. bis 12. September hin. „Mit den zahlreichen Angeboten wollen wir unter anderem Frauen unterstützen, die beruflich wieder einsteigen wollen oder die sich qualifizieren wollen. Angesichts des Fachkräftemangels kann der Arbeitsmarkt nicht auf das Potenzial der Frauen verzichten, die grundsätzlich wieder oder verstärkt erwerbstätig sein wollen, dies aber aus unterschiedlichen Gründen nicht umsetzen können.“ Die Angebote der Woche der Chancengleichheit sind unter www.arbeitsagentur.de/veranstaltungen zu finden, Suchbegriff #WdCHessen.Die Arbeitslosigkeit war im August nur in der Personengruppe der Älteren ab 50 Jahren leicht rückläufig (minus 14 Personen, minus 0,5 Prozent). In allen anderen Personengruppen ist sie gestiegen, prozentual am stärksten bei den jungen Menschen bis 25 Jahren (plus 41, plus 3,5 Prozent), gefolgt von den Ausländern (plus 97, plus 3,2 Prozent), den Männern (plus 85, plus 1,7 Prozent) und den Frauen (plus 46, plus 1,2 Prozent). Ein Anstieg war ebenfalls bei der Zahl der Langzeitarbeitslosen zu verzeichnen – um 15 auf jetzt 2425 Personen (plus 0,6 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von 223 Langzeitarbeitslosen (plus 10,1 Prozent). In beiden Rechtskreisen hat sich die Arbeitslosigkeit im August erhöht: Bei der Agentur für Arbeit (Rechtskreis Sozialgesetzbuch III) waren 3817 Arbeitslose gemeldet, 52 mehr als im Juli (plus 1,4 Prozent), bei den beiden Jobcentern im Agenturbezirk (Rechtskreis Sozialgesetzbuch II) waren es 5292 Arbeitslose, 79 mehr als im Juli (plus 1,5 Prozent). Der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt, dass insbesondere bei den Arbeitsagenturen die Arbeitslosenzahl gestiegen ist, und zwar um 403 Personen (plus 11,8 Prozent). Bei den Jobcentern Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder war es innerhalb eines Jahres ein Plus von 43 (plus 0,8 Prozent). 2684 offene Stellen waren zum Stichtag im Agenturbezirk gemeldet, 310 mehr als im Juli (plus 13,1 Prozent) und 269 mehr als im August 2024 (plus 11,1 Prozent). Der Stellenbestand zeigt damit einen deutlich höheren Zuwachs im Monatsvergleich als in den Vorjahren. Im Agenturbezirk haben bis zum 26. August 6 Betriebe neu Kurzarbeit angezeigt, von der maximal 172 Beschäftigte betroffen sein können. Vor einem Jahr waren es 10 Betriebe mit bis zu 273 betroffenen Mitarbeitenden.

Die Arbeitsmarktzahlen in den Landkreisen

Landkreis Waldeck-Frankenberg: Im Landkreis Waldeck-Frankenberg waren im August 4254 Menschen arbeitslos gemeldet, 22 weniger als im Juli (minus 0,5 Prozent) und 167 mehr als vor einem Jahr (plus 4,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote stagniert bei 4,8 Prozent, vor einem Jahr hatte sie bei 4,6 Prozent gelegen. Der Bestand an offenen Stellen hat sich seit Juli um 202 auf 1661 erhöht, das sind 326 mehr als vor einem Jahr.

Korbach mit Bad Wildungen: 1829 Personen ohne Arbeit waren im August in Korbach und Bad Wildungen gemeldet, 45 weniger als im Juli (minus 2,4 Prozent) und 17 weniger als vor einem Jahr (minus 0,9 Prozent). Die Quote liegt bei 4,3 Prozent, das sind jeweils 0,1 Prozentpunkte weniger als im Juli und als vor einem Jahr.

Geschäftsstelle Frankenberg: 1537 Arbeitslose verzeichnete die Geschäftsstelle Frankenberg im Berichtsmonat, ein Zuwachs um 38 seit Juli (plus 2,5 Prozent) und ein Anstieg um 171 gegenüber dem Vorjahreswert (plus 12,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote in Frankenberg steigt von 5,2 auf 5,3 Prozent, das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als im August 2024.

Geschäftsstelle Bad Arolsen: In der Geschäftsstelle Bad Arolsen ist die Zahl der Arbeitslosen um 15 auf 888 zurückgegangen (minus 1,7 Prozent), das sind 13 mehr als vor einem Jahr (plus 1,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,0 Prozent. Im Juli hatte sie 5,1 Prozent betragen, vor einem Jahr 4,9 Prozent.

Landkreis Schwalm-Eder: 4855 Arbeitslose waren im August im Schwalm-Eder-Kreis registriert, 153 mehr als im Juli (plus 3,3 Prozent) und 279 mehr als im Vorjahresmonat (plus 6,1 Prozent). Die Quote beträgt 4,8 Prozent, das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als im Juli und 0,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahresmonat. 1023 offene Stellen waren im Landkreis gemeldet, 108 mehr als im Juli und 57 weniger als vor einem Jahr.

Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg: 2361 Arbeitslose waren in der Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg erfasst, 134 mehr als im Juli (plus 6,0 Prozent) und 181 mehr als vor einem Jahr (plus 8,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote steigt gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent, vor einem Jahr hatte sie bei 4,6 Prozent gelegen.

Geschäftsstelle Melsungen: In der Geschäftsstelle Melsungen waren im August 1345 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 36 mehr als im Juli (plus 2,8 Prozent) und 101 mehr im Jahresvergleich (plus 8,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt 5,2 Prozent, das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als im Juli und 0,4 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.

Geschäftsstelle Schwalmstadt: 1149 Menschen auf Jobsuche zeigt die August-Statistik für die Geschäftsstelle Schwalmstadt, 17 weniger als im Juli (minus 1,5 Prozent) und 3 weniger als im August des Vorjahres (minus 0,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,3 Prozent und damit auf dem gleichen Wert wie vor einem Monat und vor einem Jahr.